Antifaschistischer Themenabend im neuen AZ

„Der 8. Mai in der deutschen Erinnerungskultur:
Zwischen antifaschistischem Gedenken, Staatsraison und extrem rechter Vereinnahmung“

5. Mai, Beginn: 19:30 Uhr, AZ auf der Luxemburgerstraße

Referent: Michael Sturm (Münster), Historiker

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Das Datum hat seither in der bundesdeutschen Erinnerungskultur sehr unterschiedliche Deutungen erfahren. Während der 8. Mai in der Mehrheitsgesellschaft über Jahrzehnte hinweg als Tag der „Niederlage“, des „Untergangs“ oder des „Zusammenbruchs“ weitgehend unbeachtet blieb, waren es vor allem die überlebenden Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung, die den 8. Mai als „Tag der Befreiung“ feierten. Diese Deutung hat sich mittlerweile die „Berliner Republik“ zu Eigen gemacht. Das Datum wird mit großen offiziellen Feierlichkeiten begangen. Die extreme Rechte wiederum diskreditiert den 8. Mai als „Tag der Schande“ und polemisiert gegen einen angeblich vorherrschenden „Schuldkult“. Doch wie soll sich eine kritische, antifaschistische Erinnerungskultur zu den unterschiedlichen Deutungsmustern und Vereinnahmungsversuchen positionieren, ohne dabei selbst das Datum in unangemessener Weise zu instrumentalisieren?

Der Vortrag skizziert die historischen wie aktuellen Deutungskämpfe um den 8. Mai und fragt nach den künftigen Perspektiven der Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen.

Wir freuen uns sehr auf euer Kommen.

Antifaschistische Koordination Köln und Umland (AKKU)